Ionstorm Studios - Marco Nassenstein Medienproduktion
Konzeption
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Als klassisches Musikvideo besteht auch das Tonight Musikvideo aus zwei grundlegend verschiedenen Szenarien:

1.) die Aufnahme der Band bei der Darbietung des Songs, sowie
2.) der narrative Teil, der die Rahmenhandlung in Bezug auf den lyrischen Inhalt des Songs
trägt.

Der zugrundegelegte Song Tonight kritisiert die zunehmende Überwachung, die in der Bundesrepublik Deutschland zur Zeit beobachtet werden kann. Er steht zum kostenlosen Download im Internet im MP3 Format zur Verfügung. Der englischsprachige Text lautet:

Well, did you read the things I wrote; Observed the ways I went
And did you finally find a cause; To vindicate intend?
You say you guard this land, so free; And keep it all from harm
You got your reasons, I should know; Good reasons to rearm

So what, you ask, is our concern? So don't we see the threat?
But, well, you know, can't understand; You ever could forget!
Soon you'll put a label on; The arms of fishy guys
I'll bet you get the trains prepared; So let the terror rise!

We march as thousand men; For freedom once again!

Today! Tonight! We fight our freedom fight!
Today! Tonight! We proudly take our right!


Bei der Planung stand die Intention im Vordergrund, diese Thematik durch geeignete visuelle Repräsentationen zu unterstützen, sowie allgemein verständlich zu machen und darüberhinaus die Aussage polemisch zu übertreiben. Fünf Personen waren bei der Konzeption und Planung des Musikvideos am 11. November 2007 anwesend und durch geeignete Methodiken, wie die des Brainstormings, wurde das Konzept ausgearbeitet und fixiert. Es wurde sich darauf geeinigt, das Video in drei grobe Bereiche und somit in drei Drehtage zu unterteilen. Der narrative Teil (1) sollte den Sänger der Band bei seinem Weg zur Bandprobe zeigen, um eine Identifikation des Zuschauers mit einer Alltagssituation in einer Alltagsszenerie herbeizuführen. Der Überwacher-Teil (2, umgangssprachlich innerhalb der Produktion als „Schäubledreh“ bezeichnet) zeigt die Penetration der Alltagsszene durch einen nur für den Zuschauer sichtbaren Beobachter, sowie dessen direktes Eingreifen in die Handlungsabläufe des narrativen Teils. Der dritte Teil zeigte die Band bei der Darbietung bzw. Probe des Songs (3). Durch eine entsprechende Anwendung der Requisiten wurde impliziert, daß es einen chronologischen Zusammenhang der Abläufe gibt, welche zum Ende hin zusammenfallen, wenn in der Klimax des Videos der Eingriff des Beobachters (2) zur Störung und zum Ende der Bandprobe (3) führt. Normalerweise sind Szenen in einem Musikvideo, die die Band zeigen, von dem Geschehen in einem eventuellen narrativen Teil unbeeinflußt. Diese Erwartungshaltung sollte durch den dramaturgischen Höhepunkt des Videos gezielt gestört werden, um sublim zu vermitteln, daß auch das Leben eines jeden einzelnen Bürgers (Zuschauers) durch die Überwachung beeinflußt wird: die Problematik, die im Video behandelt wird, besteht ebenfalls noch für den Betrachter, nachdem es endet.

Um ein Gefühl für die Gewichtungen der einzelnen Drehteile zu bekommen, die später im Musikvideo entsprechend zusammengeschnitten und montiert wurden, wurde ein ungefährer Ablaufplan in Bezug auf die korrespondierende Position innerhalb des Songs erstellt, der auch die einzelnen Ereignisse stichwortartig andeutet:


ZeitStelleBand (3)Narrativ (1)Schäuble (2)
0.00Intro Gitarrenkoffer
0.05 X
0.10  Jacke überwerfen
0.151. StropheX
0.20  Fußweg/Beobachtung
0.25 X
0.302. Strophe Zigarette anzünden
0.35 X
0.401. BridgeX
0.45  Zigarette wegwerfen
0.501. RefrainX
0.55  Pinzette
1.00   Rollstuhl
1.053. Strophe Men in Black
1.10
1.15  Koffer filzen
1.204. Strophe Arm labeln
1.25 X
1.302. Bridge Weg fortsetzen
1.35 X
1.402. RefrainX
1.45  Beobachtungen
1.50 X
1.55  Abhörungen
2.001. SoloX
2.05   Band
2.102. SoloX
2.15 X DNA
2.20 X
2.25 X Band/Namen
2.30 X
2.35 X Google Earth
2.403. RefrainX ~ Tracking
2.45  Ankommen
2.50
2.55
3.004. RefrainXRazziabeginn
3.05 XRazzia
3.10 XRazzia
3.15Stille ErwachenMonitorzoom
3.20   Monitorzoom
3.25EndeEndeEndeEnde


Es handelt sich hierbei nicht um eine strenge Vorgabe, sondern lediglich um eine Orientierungshilfe. Immer dann, wenn chronologisch weder im narrativen Teil (1), noch im Beobachter-Teil (2) Inhalte bereitstehen, wird die Band (3) gezeigt.

Da im Beobachter-Teil (2) auf dem Monitor des Beobachters Inhalte der anderen beiden Szenarien gezeigt werden sollten, mußte er zuletzt gedreht werden.



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© Marco Nassenstein (letztes Update: 2008-07-24 15:28:36)

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