Ionstorm Studios - Marco Nassenstein Medienproduktion
Meshheads
ionstorm.de/Edrums/Meshheads


Meshheads / Gewebefelle


Der Begriff "Meshhead" bedeutet frei übersetzt nichts anderes als "Gewebefell" (von engl. mesh: Masche, Geflecht). Es handelt sich dabei um Felle, die dem natürlichen Pendant sehr ähnlich sind, aber nicht aus einer durchgehenden Schicht (bei heutigen Drumfellen werden meist Kunststoffe, früher wurden Tierhäute verwendet), sondern vielmehr aus einem Geflecht von einzelnen Fäden bestehen. Ein Mesh-Fell hat also gewissermaßen viele kleine Löcher durch die Luft strömen kann. Dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass bei Mesh-Fellen so gut wie kein Geräusch entsteht, wenn man sie mit einem Trommelstock anschlägt. Außerdem gestaltet sich der so genannte "Rebound", also das Schwing- und Federverhalten dieser Felle, sehr natürlich. Es sei allerdinds an dieser Stelle angemerkt, dass dies nur für hochwertige Meshheads gilt. Billig Meshheads schwingen in der Regel unnatürlich stark und müssen normalerweise separat bedämpft werden. Zu diesem Thema aber weiter unten mehr.

Meshheads erfreuen sich großer Beliebtheit bei so gut wie allen Edrummern, die das nötige Kleingeld parat haben, um sich die in der Regel recht teure Anschaffung zu gönnen. Gerade für den anspruchsvollen Edrummer ist dabei absolut klar, dass jegliche Art von Gummipad mit dem sehr natürlichen Spielgefühl auf einem Meshhead-Pad nicht mithalten kann. Einziges Argument was bisweilen für Gummipads spricht, ist der günstige Preis. Im Punkto Rebound und Geräuschentwichlung beim Anschlagen, haben Meshheads eindeutig die Nase vorn. Ganz zu schweigen von der Optik. Wärend Gummipads bisweilen recht schäbig und unangenehm futuristisch wirken, lassen sich Meshheads auf ganz normale Trommeln aufziehen, mit Hilfe derer sich der optische Eindruck jedes Edrumsets doch recht stark aufwerten lässt.

Es sei an dieser Stelle allerdings angemerkt, dass es mit dem bloßen Aufziehen eines Mesh-Felles auf eine naürliche Trommel natürlich nicht getan ist. Das wichtigste Element fehlt: Der Trigger. Die Triggereinheit bzw. die Montage des Triggers bei einem Meshhead-Pad unterscheidet sich bei hochwertigen Pads grundlegend von der in einem Gummipad. Während bei Gummipads der Trigger meist einfach auf einer Metallplatte aufgebracht ist, die sich unmittelbar unter der Gummischicht der Schlagfläche befindet, so will man bei Meshhead-Pads idealerweise das Fell möglichst frei schwingen lassen, um das bestmögliche Rebound Gefühl zu erhalten. Die unterschiedlichen Hersteller gehen dabei verschieden vor. Ddrum setzt herkömmliche Triggertechnik ein, bei der Trigger am Rand der Trommel befestigt sind. Roland verwendet einen kleinen Schaumgummikegel, der mittig unter dem Fell angebracht ist und beim Schlag auf den darunter liegenden Trigger drückt. Andere Meshhead-Pads, meist die billigeren, kombinieren einfach das Prinzip der Gummipads mit Mesh-Fellen. Sie setzen eine Metallgrundplatte ein, auf der der Trigger angebracht ist. Darüber befindet sich eine Schaumgummischicht, die unmittelbar bis an die Unterseite des Fells reicht. Mit diesem Prinzip geht allerdings das schöne Rebound Verhalten beim freien Schwingen des Fells verloren. Dazu aber mehr im folgenden Abschnitt.

VORSICHT: Es ist noch lang nicht überall Meshhead drin, wo Meshhead draufsteht!

Klevere Geschäftsleute haben erkannt, dass man allein mit der Bezeichnung Meshhead gutes Geld verdienen kann. Daher kann man gerade Anfängern nur raten, wirklich zu prüfen, ob das angebotene Produkt tatsächlich die Vorzüge eines Meshhead-Pads aufweist oder ob es nur Nepp ist. Billig Sets, wie zum Beispiel das Fame von Musicstore oder das Millenium von Thomann, sind beispielsweise laut Artikelbeschreibung mit richtigen Fellen ausgrüstet, was dem potentiellen Käufer den Eindruck vermittelt, als ob er es hier mit hochwertigen Meshhead-Pads zu tun habe. Tatsächlich sind sie Qualitativ mit nichten als solche zu bezeichnen. Rebound, Triggereigenschaften und vor allem die Geräuschentwicklung beim Anschlagen sind nicht mit dem Orginal zu vergleichen. Offensichtlich schmückt man sich da mit unechten Federn. Da kann man sich lieber ein solides Gummipad kaufen, da weiß man, was man hat.
Ähnlich sieht es aus bei einzelnen Fellen. Auch hier gibt es dramatische Unterschiede, nicht nur im Preis! Hierbei ist es leider einfach so: Die teuren Mesh-Felle sind in der Regel die definitiv besseren. Billige sind meist recht dünn, verschleißen daher schneller und haben vor allem einen viel zu starken und daher extrem unnatürlichen Rebound. Da kommt oft jedes Gummipad vom Spielgefühl besser weg. Die hochwertigen Meshheads erkennt man in der Regel daran, dass sie doppellagig und querverwebt sind.

Tip:

Augen auf beim Eierkauf! Nicht blenden lassen von bloßen Begrifflichkeiten, sondern prüfen und beraten lassen, was man für sein Geld bekommt.

Empfehlungen:

Mit Meshhead-Pads von Roland oder Hart Dynamics macht man garantiert nichts verkehrt, allerdings schrumpft der Geldbeutel.

Achten Sie beim Kauf von Einzelfellen darauf, ob es sich um doppelschichtige Meshfelle handelt. Es gibt nämlich solche und solche. Einschichtige Meshheads verschleißen in der Regel schneller und ein legen ein unnatürlich starkes Reboundverhalten an den Tag. Dafür sind sie preisgünstig. Doppelschichtige Meshfelle hingegen verfügen über zwei Gewebeschichte, die verdreht aufeinander geklebt sind. Dadurch sind sie zum einen undurchsichtiger, federn nicht so stark und verschleißen viel weniger.

© Jan Häger (letztes Update: 2008-01-05 18:54:29)

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